Rolladen Schneider LS-1
Die LS-1 ist ein einsitziges Segelflugzeug der Clubklasse, mit 15 m Spannweite und starrem Flügelprofil. Entworfen wurde sie für die damalige Standardklasse (Clubklasse der FAI) als erster eigener Entwurf von Wolf Lemke. Die LS-1 wurde in acht Varianten (LS-1-0, a, b, c, d, e, ef, f, f(45)) gebaut und dabei mehrfach überarbeitet. Die Varianten LS-1a bis LS-1d unterscheiden sich äußerlich nur unwesentlich. Ab LS-1c wurden ein Einziehfahrwerk, gewöhnliche Schempp-Hirth Bremsklappen anstelle der Hinterkantenklappen der Vorserienmodelle, sowie ein größeres Seitenruder eingeführt. Die LS-1d konnte erstmals Wasserballast im Flügel aufnehmen und bei der LS-1e wurde das gedämpfte Höhenruder der LS-2 verwendet.
In allen Varianten sagt man der LS-1 ausgesprochen angenehme Flugeigenschaften und eine gute Steigleistung in der Thermik nach. Verglichen mit anderen Mustern ihrer Zeit ist die LS-1 jedoch relativ empfindlich gegenüber Verschmutzungen der Flügeloberflächen, beispielsweise durch auftreffende Mücken oder Regentropfen. Dies liegt in erster Linie im verwendeten Tragflügelprofil begründet, das mit 19,6% relativer Höhe recht dick ist. Die Ausführungen mit Pendelruder bedürfen im Windenstart besonderer Aufmerksamkeit, da bei zu stark gedrücktem Ruder die Strömung am Höhenleitwerk abreißen kann. Von den Leistungen her ist die LS-1f vergleichbar mit Mustern wie ASW19, Standard Cirrus, Jantar Standard, Hornet und DG-100.
Die LS-1 ist bei ihren Piloten durch ihre harmonischen Flugeigenschaften und die, gemessen an ihrem Alter, hohe Leistungsfähigkeit sehr beliebt. Hergestellt wurde sie bei der Firma Rolladen Schneider Flugzeugbau GmbH in Egelsbach bei Frankfurt. Die Produktion wurde 1977 zugunsten des Rennklasseflugzeugs LS-3 eingestellt. Eigentliche Nachfolgerin der LS-1 wurde 1980 die LS-4, die mit mehr als 1000 gebauten Einheiten das bisher erfolgreichste Standardklasse-Segelflugzeug in Kunststoffbauweise wurde.
Bekannt wurde die LS-1 durch zahlreiche Siege bei nationalen und internationalen Meisterschaften. So wurde Helmut Reichmann 1970 auf einer LS-1c in Marfa, Texas Segelflugweltmeister.
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